Bei ihrer Erkundung des Mondes entdeckt die Delphi Corporation zufällig „Lunum“. Ein Erz, was sie, durch Nanomaschinen-Raffination, zum organischen Gewebe „Lunafilament“ umwandeln.
Experimente mit „Lunafilament“ auf dem Mond führen zu „LIM-Replikatoren“. Gigantischen 3D-Druckern, die innerhalb von Stunden komplette Gebäude fertigen. Dieser Durchbruch erspart Delphi die kostspieligen Rohstofftransporte zum Mond. Innerhalb weniger Monate errichtet der Konzern auf diese Weise die „Cradle“ Forschungseinrichtung.
Angetrieben von Profitgier missachtet Delphi die Vereinbarungen des Lunar Accords. Ihre massive Förderung Lunums führt zu drastischen Umweltschäden, die sich in Mondbeben äußern.
Innerhalb ihres Terra Domes rekonstruieren Cradle-Wissenschaftler ein künstliches Biom aus Lunafilament. Eine neue Partnerschaft mit Dr. Neil Higgins, der weltweit führenden Kraft auf dem Gebiet der Quanten-Nanotechnologie, bringt dann die Wende zur Androiden-Produktion.
Unter Dr. Higgins übernimmt das „Intelligent Direction Unification System“ die Kontrolle sämtlicher Androiden der Einrichtung. Mit Hilfe von Biolinks überwacht diese K.I. alle Mitarbeiter rund um die Uhr. IDUS treibt sie zur maximalen Effizienz.
Die abgerissene Kommunikation mit ihrer Mondbasis, ließ die Delphi Corporation eine Reparaturmannschaft entsenden. Obwohl der überdimensionale LIM-Replikator der Cradle Forschungseinrichtung weiterhin die Basis erweiterte, stimmte etwas ganz und gar nicht. Das bemerkte das Ingenieurs-Quartett bereits beim Anflug. Hugh Williams, der Neuzugang der Truppe, dockte ihr Schiff gezwungenermaßen manuell an, da IDUS auf keinerlei Anfragen reagierte. Ein Schlachtfeld mit Barrikaden-ähnlichem Schutthaufen hielt das Quartett umgehend nach Verlassen der Eurotas vom weiteren Vordringen ab. Glücklicherweise entwickelte Delphi genau dafür ihre Läufer. Druckbare humanoide Roboter, die K.I. kontrolliert jedem Befehl gehorchten und quasi sämtliche Drecksarbeit erledigten. Dieser Automatismus sollte Gerüchten zur Folge in Kürze die gesamte menschliche Belegschaft der Station ersetzen. Zur Verwunderung der Eurotas Truppe glich aber jetzt schon alles einer Geisterstation. Absolut niemand empfing sie.
Kaum räumte ihr Läufer den Weg frei, durchfuhr ein Beben die Cradle Einrichtung. Während Hugh, James, Ken und Nick damit rangen, auf den Beinen zu bleiben, zertrümmerte ein kollabierender Mast das nahegelegene Fenster. In Sekundenbruchteilen fiel der Druck ab. Er saugte Nicholas samt Ken in die Tiefen des Alls. Hugh und James überstanden das Ereignis lediglich, weil sie eine Sekunde später gegen die Notfallabrieglung prallten. Aber damit endete die Katastrophe nicht! Der folgende Schuttregen begrub den hilflosen James. Hugh traf zwar lediglich ein kleineres Rohr. Doch ließ ihn der Treffer bewusstlos herab in ein abgelegenes Lager der Station stürzen.
Ein vielleicht siebenjähriges blondes Mädchen in einer viel zu großen blauen Thermo-Jacke für Erwachsene, rettete dem Frischling das Leben. Sie flickte seinen Anzug mit Lunafilament. Dem biologischen Gewebe, aus welchem die gesamte Mondbasis bestand. Die integrierten Systeme seines Anzugs holten den Systemingenieur daraufhin ins Leben zurück. Kaum überwand er seine Verwunderung, dass jemand seine Tochter mit auf den Mond brachte, folgte der nächste Schock. Die autonome Stations-KI IDUS identifizierte ihn als ungebetenen Gast. Was Läufer zu seiner Beseitigung anrücken ließ. Sich schützend vor das Mädchen stellend, lernte Hugh innerhalb weniger Sekunden, wie wirkungslos seine GripGun gegen die Angreifer war. Zu seiner Verwunderung kletterte die Kleine im nächsten Augenblick auf seinen Rücken und hackte deren Firewalls. Die folgenden Salven der GripGun streckten die Angreifer zu Boden. Hugh verstand ganz und gar nicht, was vor sich ging. Im einen Moment hielt er die kleine Blondine für hilfsbedürftig und im nächsten erwies sie sich als sein hochtechnologischer Retter. Zur Ergründung dieser Entwicklung blieb jedoch keine Zeit. Denn in Folge des Gefechts, ertönte James Stimme per Funk. Mit seinen finalen Worten befahl Hugh’s Captain, die Erde über die Mondkatastrophe zu unterrichten. Dann beendete ein weiterer Läufer James Dasein.
Trotz der immensen Zerstörung des Cradle-Abschnitts, erreichte Hugh eine intakte Gondel der Stations-Bahn. In dieser Abgeschiedenheit, bot sich ihm die erste Gelegenheit eines Gesprächs. Das Mädchen erzählte, sie sei ein Pragmata mit der Bezeichnung DI-03367. Offenbar der einzige autonome und somit nicht von IDUS kontrollierte Android der Station. Zwar konstruierte sie jemand nach menschlichem Vorbild, doch war das humanoide Roboter-Mädchen, abseits des Hackings, so nützlich wie ein Chat-Bot. Jemand löschte den Erinnerungsspeicher des Pragamatas und ließ lediglich das Erste-Hilfe-Protokoll zurück. Da Hugh diese D-irgendwas-7 Bezeichnung unpersönlich schien, taufte er sie stattdessen Diana. Eine Identifizierung, die der Kleinen sichtlich gefiel.
Sich weiter durch die Cradle Einrichtung vorarbeitend, deaktivierte der Ingenieur die Notfallabschaltung des Solarkraftwerks. Obwohl das den Strom des Kommunikationsturms wiederherstellte, löste es ebenfalls IDUS SectorGuard Protokoll aus. Wodurch dem Duo aggressivere Mechs zu Leibe rückten. Was IDUS eigentlich dazu veranlasste Menschen anzugreifen, blieb dem Ingenieur genauso schleierhaft, wie ob überhaupt noch einer der Wissenschaftler lebte. Dank Delphis 24/7 Überwachung blieben zwar holografische Aufzeichnungen dieser diese zurück. Doch waren es die einzigen Hinweise auf die Besatzung. Die teilweise Wochen zurückreichenden Aufnahmen erzählten von frustrierten und zu Tode gelangweilten Mitarbeitern, die unbedingt zurück zur Erde wollten. Sie fielen absichtlich durch ihren Fitness-Tests, damit Delphi sie zurückschickte. Eine Strategie, welche IDUS jedoch durchschaute und durchkreuzte. Auf privater Ebene machte Delphi seinen Angestellten nur wenige Zugeständnisse. Eine Lotterie zur Replikation eines Haustiers bildete die Ausnahme.
Aber dank dem bläulich leuchtenden Lunafilament aus den Tiefen des Mondes, stand den Forschern schier endlos Baumaterial zur Verfügung. Etwas, das sie nutzten, die Mondbasis heimischer zu gestalten. Die Wissenschaftler dekorierten Abschnitte des Cradles wie den Times Square New York Citys, die japanischen Tempel Naras oder südländische Strände. Orte, die Diana erstmalig sah und begeistert Hughs Schilderungen darüber zuhörte. Innerhalb weniger Stunden wuchs das Duo so zu einem Vater-Tochter-Gespann zusammen. Zweifellos auch durch Hughs eigene Kindheit als Waise beflügelt.
In Vorfreude auf die vermeintliche Rettung, erreichten die Beiden den Kommunikationsturm inmitten des Times Squares. Nur um festzustellen, dass IDUS sämtliche Kommunikation unterband. Das Zentrale Dock wurde ersatzweise das nächste Ziel des Ingenieurs. Er spekulierte, mit den unabhängigen Funkgeräten der Shuttles könne er IDUS Sperre austricksen. Während dieses Gedankengangs sprang eine holografische Katze auf das Kontrollterminal. Ohne normale Kommunikationskanäle nutzte eine Überlebende dieses putzige Haustier zur Kontaktaufnahme. Die jung klingende Stimme erzählte, sie hieße Acht. Ihren Worten zur Folge, sperrte das Mondbeben sie im Terra Dome ein. Da sie sich nicht aus eigenen Kräften befreien konnte, flehte sie um Hilfe. Einen Augenblick später endete der Hack bereits wieder und die Katze kehrte zu ihrer normalen Routine zurück. Diana erinnerte sich keineswegs an diese Acht. Doch schien ihr die Stimme vertraut. Weshalb sie Acht helfen wollte. Eine Bitte, der Hugh nachkam.
Bei der Durchquerung des bewaldeten Terra Domes stieß das Vater-Tochter-Gespann erstmalig auf größere Mengen eines neuartigen Gewebes. Entgegen dem hellblau leuchtenden Lunafilament, wirkte es wie eine düstere verdorbene Variante dessen, die bedrohlich rot leuchtete. Teile davon klebten bereits zuvor an Lunafilament Blockaden, doch in diesem Stationsabschnitt schien es, als habe jemand damit experimentiert. Ohne Antworten auf ihre Fragen, erreichten Diana und Hugh kurz darauf Acht. Das achtjährige Mädchen sah Diana verblüffend ähnlich, hatte jedoch kürzere Haare. Dieses ein oder zwei Jahre ältere Pragmata berichtete, dass das Mondbeben die Pflanzen außer Kontrolle geraten ließ und sie so von deren Lunafilament-Wurzeln gefangen wurde. Eine Schilderung, welche Hugh zwangsläufig an den Tod seines Teams Stunden zuvor erinnerte. Entgegen Diana schien Acht sich besser mit dem Cradle-System auszukennen. Sie erzählte, Pragmatas seien in der Lage vorhandene System-Programmierung zu überschreiben und IDUS auf diese Weise gewaltsam offline zu zwingen. Bedauerlicherweise fehlte Diana weiterhin jegliche Kenntnis über derartige Funktionen. Um der Lösung näher zu kommen, befreite Hugh Acht, indem er die Lunafilament Regulatoren des Terra Domes deaktivierte. Dadurch schrumpfte das Geäst und Acht kam in ihrem Bio-Tank tatsächlich frei. Geschwächt drängte sie sofort darauf IDUS zu stoppen. Doch in genau der Sekunde startete die Cradle-KI, wegen der schwindenden Biomasse, die Versiegelung des Sektors. Acht blieb gerade ausreichend Zeit ihr Wissen auf Diana zu transferieren. Noch während die Datenübertragung der Pragmatas lief, packte Hugh die Siebenjährige und rannte mit ihr im Arm zum sich schließenden Tor. Mit einem finalen Sprint, rutschte das Duo ins Freie. Fortan das Main Frame tief unten in den Minen des Mondes ansteuernd, ließen sie Acht zurück. Liefe alles nach Plan, käme das Pragmata mit IDUS Abschaltung endgültig frei.
Auf dem Weg zum Nexus Turm der Minen lernte Hugh, durch zahllose Aufzeichnungen, wie Pramatas entstanden. Dr. Neil Higgins, die weltweit führende Kraft auf dem Gebiet der Quanten-Nanotechnologie, forschte auf dem Mond nach einem Heilmittel für die seltene Krankheit seiner Tochter. Für die klinischen Tests dieser Behandlungsmethode konstruierte er Pragmatas. Maschinen, die seiner Tochter Daisy bis auf die Organe glichen. Aus Lunafilament hergestellte Organe funktionierten zwar nicht in menschlichen Körpern, aber ein komplett künstlicher Organismus war dem menschlichen ähnlich genug für die Testreihe.
Abseits davon fand der Ingenieur jedoch ebenso Berichte über einen Laborunfall. Demzufolge hatte das rot-schwarz „Tote Filament“ einen Bezug zu Lunum. Dem Erz, aus welchem Delphi Lunafilament gewann. Bei besagtem Unfall geriet diese Substanz auf den Arm eines Forschers und absorbierte ihn. Totes Filament konsumierte somit organische Materie und breitete sich dadurch aus. Rußflecken mit wagen menschlichen Konturen am Boden, blieben die einzigen Hinweise auf derartige Opfer.